Das Zeichnen der Königin



Zeichenfarben und Jahreszahlen


weiß gelb rot grün blau
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Unbegattete Königinnen, die in Begattungsvölkchen oder Ableger eingesetzt werden, sollten gezeichnet werden. Man benutzt am besten große Opalithplättchen, die schon fertig ausgestanzt und mit großen, gut lesbaren Nummern versehen sind. Für verschiedene Zuchtserien kann man auch verschiedene Formen wählen. Es ist ein Märchen, daß die Königin durch das Gewicht oder die Dicke des Plättchens irgendwie behindert würde. Als Klebemittel dient eine Lösung von Schellack in Spiritus oder noch besser farbloser Nagellack. Das beste Handwerkszeug dazu ist ein Zündholz, dessen leeres Ende mit einem Messer flach zugeschnitten wird. Dieses Ende wird in den Lack getaucht und ein kleines, etwa stecknadelkopfgroßes Tröpflein auf den Rücken der Königin aufgetragen und ganz wenig verstrichen. Vorsicht, Kopf und Flügel nicht verschmieren! Wichtig ist, daß man mit dem Lack auch die Flügelwurzel nicht berührt, die Jungkönigin muß ja noch fliegen können! Dann nimmt man den Zündkopf, der mit Speichel leicht befeuchtet wird, tupft damit das mit der Nummer nach oben liegende Plättchen auf und setzt es auf den Lackfleck. Dann drückt man es leicht an (Vorsicht, nicht zu fest!). Die Nummer richtet man nach dem Kopf aus, so daß man sie leicht lesen kann, wenn man der laufenden Königin nachschaut.

Ein Gitter, mit dem man die (vielleicht schon begattete) Königin auf der Wabe festhält, tut gute Dienste, wenn man nicht gerne Königinnen anfaßt. Verluste durch solche leichten Berührungen sind selten. Man kann die Königin auch ohne die Benutzung eines Gitters zeichnen. Hierzu hält man die Königin am besten zwischen Daumen und Zeigefinger, so daß der Kopf vorn heraussieht. Wenn man nicht gerade einen Schraubstock als Finger hat, braucht man nicht ängstlich zu sein. Nur selten kommt es vor, daß eine Königin durch den leichten Druck auf den Hinterleib beim Zeichnen in Ohnmacht fällt. Sie geht rasch vorüber. Ein wenig Pusten trocknet den Lack schneller und die Königin kann wieder zu ihren Bienen laufen. Ein Zusetzverfahren im Ableger oder Volk, in dem die dort geschlüpfte Jungkönigin mit einem Zeichen versehen wurde, ist nicht nötig.

Die Zeichenfarben sind jahrgangsweise verschieden. Weltweit hat man sich auf die Folge der Zeichenfarben: weiß, gelb, rot, grün, blau verständigt (siehe Tabelle). So erkennt man stets, welchem Jahrgang eine Königin angehört.

Wer diese etwas knifflige Tätigkeit üben will, kann sich an Drohnen und dann Arbeitsbienen versuchen und diese mit Zeichenplättchen versehen. Wichtig dabei ist, daß die Tiere so am Brustkorb gehalten werden, daß sie nicht stechen können (Bienen bewegen den Hinterleib nur auf- und abwärts, nicht seitlich). Erst wenn etliche Arbeitsbienen die Zeichenprozedur lebend überstanden haben, sollte man Königinnen zeichnen, um die Verluste aus Unkenntnis und Ungeschicklichkeit gering zu halten.


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