Das Ei



Wie bei jedem mehrzelligen Lebewesen entsteht auch bei der Biene das Ei in einem Eierstock. Die Bienenkönigin hat in ihrem Hinterleib einen umfangreichen doppelten Eierstock. Jede Hälfte besteht aus etwa 160-180 feinen Schläuchen, den sogenannten Eiröhren. Jede Röhre beginnt mit einem haarfeinen Faden, in dem kaum mehr Einzelheiten zu erkennen sind. Anschließend folgt ein Abschnitt, in dem eine lebhafte Zellteilung ahnen läßt, daß hier etwas Wichtiges sich vorbereitet. Noch etwas weiter beginnen sich einzelne Zellen durch stärkeres Wachstum hervorzuheben. Sie sind umgeben von kleinen Nährzellen. Diese versorgen die werdenden Eizelle mit Nahrung. Das sind z.B. Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate. Die Eizelle wird um so größer, je weiter sie in diesem Eischlauch vorgeschoben wird. Zuletzt füllt sie das Ende des Schlauches ganz aus. In diesem letzten Stadium umgibt sie sich mit einer festen, zähen, rauh erscheinenden Membran, der Eihaut. Nur an einem Ende bleibt ein winziges Pförtchen offen, durch das im Vorbeigleiten am Samenbehälter ein Samenfaden eindringen kann (Befruchtung = Arbeiterin, Königin, keine Befruchtung = Drohne). Der Samenfaden wandert zum Eikern und verschmilzt mit ihm. Der neue Kern beginnt sich zu teilen. Die Nahrung dafür bezieht er aus der im Vergleich zu seiner Größe riesigen Dottermasse des Eies. Unterdessen aber ist das Ei aus dem Leib der Königin herausgeglitten und steht, mit der Spitze angeklebt, am Boden der Wabenzelle. (siehe Bild oben: Königin heftet Ei an Wabenboden, hier: durch eine Glasscheibe fotografiert!)

Drei Tage steht das Ei so da und legt sich allmählich um (siehe Bild rechts). Außen sieht man ihm nichts an. Aber innen hat sich etwas Wundervolles abgespielt. Die Schar der neuen Kerne, die durch Teilung des ersten Kerns entstanden sind, schwärmt aus und legt sich an die Innenwand der Eihaut. Dort umgeben sie sich mit Plasma und werden so zu einzelnen Zellen, die eine zusammenhängende Haut bilden. Dieses Säcklein beginnt sich nach bestimmter Ordnung einzufalten. Und nach drei Tagen ist unter der Eihaut verborgen ein kleines Würmchen geworden, eine Larve mit Mund und Darm, mit Herz und Nieren, mit Atemröhren, Drüsen und Nerven.

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