Bienen und andere Insekten für Minensuche einsetzen



Honigbienen haben einen so feine "Nase", dass sie den austretenden Geruch von Sprengstoff in eingegrabenen Landminen wahrnehmen. Sie unterscheiden sogar verschiedene Sprengstoffe und können geringste Mengen der Chemikalien in ihren Stock zurückbringen.

US-Forscher untersuchen derzeit, ob man die Bienen und andere Insekten für die Minensuche in ehemaligen Kriegsgebieten einsetzen kann.

Es sei mit den Bienen möglich, verminte Stellen oder vielleicht bald sogar einzelne Minen genau zu lokalisieren, so Jerry J. Bromenshenk von der University of Montana . Er stellte seine Ergebnisse auf der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science in Washington vor. Mit feinen Sensoren im Bienenstock sei zu erkennen, ob Bienen in vermintem Umfeld Futter gesammelt und Sprengstoffspuren mitgebracht haben. Doch wie findet man heraus, wo die Biene genau hinfliegt? Bromenshenk hat mit seinen Kollegen eine Mini-Antenne entwickelt, die sich auf Bienen befestigen lässt. Damit lasse sich das Insekt im Umkreis von 300 Meter verfolgen. Die Forscher testen in dieser Weise auch die Geruchsinne von Küchenschaben und Wespen.

"Bienen sind leicht zu trainieren", sagt Bromenshenk. "Sie müssen nur eine Zuckerwasser-Belohnung für den Hin- und Rückflug bekommen". Mit einem Bienenstock ließe sich eine Landfläche von zwei Quadratkilometern untersuchen. Mit mehreren dieser High-Tech-Bienenstöcke seien Minen auf wenige Meter genau zu finden.

[Quelle: Frieder Graef und Nandotimes]


Meldung vom 25.02.2000
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