Heilender Honig: Blütennektar als Wirkstofflager



Ein Teelöffel Honig könne in Zukunft viele Medikamente ersetzen, glauben Forscher des niederländischen Centre für Plant Breeding in Wageningen. Sie haben entdeckt, daß Bienen bei ihrer fleissigen Arbeit in Blütennektar enthaltene Proteine unverdaut im Honig anreichern. So fanden sie zu ihrer Überraschung, daß ein pilztötendes Protein aus dem Nektar des Heidekrauts Caluna vulgaris doppelt konzentriert im Honig enthalten war.

Interessant wurde diese Tatsache mit einer zweiten Entdeckung: Die Blütenforscher konnten das Gen identifizieren, daß für die Herstellung des Nektars verantwortlich ist. Werde dieses Gen nun so verändert, daß die Pflanze beliebige Wirkstoffe produziere, könnten Bienen diesen in ihrem Honig anreichern. Vorteilhaft sei diese Herstellung von Arzneien besonders für tropische Regionen, in denen die notwendige Kühlkette für die empfindlichen Wirkstoffe leicht unterbrochen werden könne.

Nun wollen die Forscher ihre Erkenntnisse an genetisch veränderten Petunien überprüfen, die in ihrem Nektar einen Wirkstoff gegen eine Hundekrankheit aufbauen sollen. Die Hunde könnten dann den Honig direkt zu sich nehmen oder ein Konzentrat injiziert bekommen. Um ein "Fremdgehen" der Bienen zu vermeiden halten die Forscher eine friedliche Bienenart, die ohne Probleme in einem geschlossenen Glashaus gehalten werden könnten.



[Quelle: Jan Oliver Löfken, New Scientist]


Meldung vom 24.06.1999
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