Überlebensstrategie der Wüstenbienen: Warten statt Taten



Der Insektenforscher Bryan N. Danforth von der Cornell University hat entdeckt, dass Wüstenbienen eine ähnliche Überlebensstrategie entwickelt haben wie die Wüstenpflanzen: Sie - oder besser: ihre Larven - liegen im trockenen Wüstenboden und warten auf Regen, bis sie endlich schlüpfen. Wie Danforth in der Oktoberausgabe der "Proceedings of the Royal Society of London" beschreibt, können die Bienen damit ihre Fortpflanzung über mehrere Jahre verteilen und vermeiden damit, dass es in sehr trockenen Jahren zu dramatischen Verlusten kommt.

Diese Sicherheitsstrategie wird auch "Diapause" genannt. Wie Danforth nun nachgewiesen hat, schlüpfen nicht alle Larven nach einer gleich langen Pause, sondern dann, wenn Regen fällt. "Erstaunlich ist hier, dass Tiere - in diesem Fall Bienen - und Pflanzen einen ähnlichen Überlebensmechanismus entwickelt haben", so Danforth. Mit dieser Strategie können die Bienen mehr als 10 Monate Trockenzeit überbrücken.

Wüstenbienen sind etwas kleiner als unsere gewöhnlichen Hausfliegen. Im Gegensatz zu ihren honigproduzierenden Verwandten gibt es bei Wüstenbienen keine strenge Rollenaufteilung in der Bienengesellschaft. "Wüstenbienen sind egalitäre Bienen", sagt Danforth, "jede von ihnen ist Königin und Arbeiterin zugleich."



[Quelle: Iris Schaper und Cornell University News Service]


Meldung vom 19.11.1999
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