Erdhummel-Männchen schnallen ihren Königinnen einen Keuschheitsgürtel um

Erdhummel-Männchen halten Konkurrenten mit einem Keuschheitsgürtel von ihrem Weibchen ab: Sie hinterlassen nach der Begattung einen chemischen Stöpsel im Sexualtrakt der Königin. Der zähe Schleim macht die Weibchen auf noch unbekannte Weise unattraktiv für weitere Verehrer. Das berichten Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich in den "Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences" (Bd. 268, Nr. 1475).

Die Entdeckung könnte ein Rätsel in der Insektenforschung lösen: Bislang wunderten sich Forscher, dass sich die Königinnen der meisten sozialen Insektenarten mit nur einem Männchen einlassen, obwohl ihnen ein Harem von Männchen viele Vorteile brächte. So produzieren Königinnen mit vielen Verehrern mehr Nachkommen und sind gesünder als jene, die sich nur mit einem Männchen paaren. Diese Vielmännerei lassen die Hummel-Männchen aber offensichtlich nicht zu. Die Forscher um Paul Schmid-Hempel vermuten, dass solche "Fortpflanzungs-Stöpsel" bei vielen Insekten vorkommen.

Nur bei wenigen Insektenarten wie den Honigbienen oder Blattschneiderameisen werden die Königinnen von mehreren Männchen begattet.


[Quelle: Marcel Falk]


Meldung vom 17.07.2001
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