Das Königtum liegt in den Genen



Zwei Forschern von der Universität von Arizona in Tucson ist es gelungen, Unterschiede zwischen Bienenköniginnen und Arbeiterinnen auf molekularer Ebene zu finden: Wie Jay Evans und Diana Wheeler in den Proceedings of the National Academy of Sciences berichten, entdeckten sie sieben Gene, die bei Königinnen und Arbeiterinnen unterschiedlich aktiviert waren. Bisher hatte man die unterschiedliche Nahrung der Larven für die spätere Entwicklung verantwortlich gemacht: Larven, die "Gelée Royal" erhalten, werden Königinnen; solche, die lediglich mit Nektar und Pollen gefüttert werden, entwickeln sich zu Arbeiterinnen. Evans und Wheeler glauben, daß die Nahrung der Schalter ist, der die Gene an- oder abschaltet.

Interessanterweise zeigte sich, daß die Arbeiterinnenlarven mehr angeschaltete Gene besaßen als die Königinnen - anscheinend sind die Arbeiterinnen also weiter entwickelt als die Königinnen. Die beiden Forscher geben allerdings zu, daß mehr als die von ihnen gefundenen sieben Gene eine Rolle spielen müssen.

Ihre Ergebnisse, so hoffen Evans und Wheeler, können dazu beitragen, die Evolution von staatenbildenden Insekten wie Ameisen, Hummeln und Bienen zu erforschen. Das zweite Phänomen, das die Forscher interessiert: Viele Insekten mit gleichen Genen bilden unterschiedliche "Phänotypen" aus - Individuen mit stark unterschiedlicher Form oder unterschiedlichem Verhalten. Diese Besonderheit, die stark zum Erfolg der Insekten beigetragen hat, wollen sie mit ihrer Forschung ebenfalls verstehen.



[Quelle: Ute Kehse, Universität von Arizona]


Meldung vom 12.05.1999
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