Radarfallen für Bienen



Forscher in den USA und Großbritannien haben ein Radarsystem entwickelt, das es ermöglicht, fliegende Insekten zu orten. Junge Bienen müssen wie Flugschüler Trainigsflüge absolvieren, bevor sie auf die Suche nach neuen Futterstellen gehen können. Bis jetzt war es unmöglich, diese Übungsflüge zu beobachten, da Bienen zu weit und zu schnell fliegen, um sie mit bloßem Auge zu beobachten und zu klein sind, um Sender zu tragen.

Ultraleichte Reflektoren, die die Forscher der University of Ilinois, der Greenwich University und dem Rothamsted Institute entwickelt haben, machen die Bienen auf dem Radarschirm sichtbar. Die Wissenschaftler benutzen dabei ein spezielles Radarsystem, das die angepeilte Biene vom Hintergrund unterscheiden lässt. Denn nur sie reflektiert die ausgesendete Wellenlänge und gibt sich so zu erkennen.

Nach und nach legen die jungen Bienen längere Strecken zurück und erkunden die Umgebung ihres Stockes in immer größerem Umkreis. Dabei sind sie nicht etwa länger, sondern immer schneller unterwegs. Sie müssen sozusagen erst ihre Flugangst überwinden. Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Bienen die erste Hälfte ihres Lebens im Dunkel des Bienenstockes mit Brutpflege verbringen, um dann ins grelle Sonnenlicht entlassen zu werden. Nach diesen Ergebnissen interessieren sich die Forscher für die Vorgänge im Gehirn der Bienen während des Fluges.

[Quelle: Steffi Hentzelt und Nature]
Meldung vom 04.02.2000
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